Kinder reisen in die Hauptstadt

Eine Reise in eine fremde Umgebung ist immer ein aufregendes Abenteuer. Mit der Unterstützung der Soroptimist-Organisation in Rapperswil organisierte LEC eine Stadtrundfahrt für Kinder vom Land, die in der Schule gute Leistungen gezeigt hatten. Ziel der Reise war es, die Schüler der Kaudwane Primary School für ihre bemerkenswerten Leistungen beim Lernen zu ermutigen, zu motivieren und zu belohnen. Es war ein wunderschöner, sonniger Morgen des 8. April 2019, als die  Kinder, ihre Lehrer und ihre Eltern sich auf dem Schulgelände versammelten, um von einem Kleinbus abgeholt zu werden, der sie in die 240 Kilometer entfernte Hauptstadt Gaborone bringen sollte. Die Eltern waren gekommen, um sich von ihren Kindern zu verabschieden. Bevor die Reise begann, wurden die Kinder zu ihren Erwartungen befragt. Jedes von ihnen hatte seine eigenen aufregenden Vorstellungen! Es ging darum, für eine Woche einen Einblick in das Stadtleben zu bekommen. Die Reise dorthin verlief reibungslos.

In der Stadt blieben die Kinder eine Weile stumm. Sie sahen alle möglichen Dinge, die sie noch nie zuvor gesehen hatten. Sie hatten viele Fragen. Und sie waren erstaunt, aufgeregt und sogar schockiert darüber, was sie zum ersten Mal sahen: Hochhäuser, Hunderte von Autos und Menschen, Flugzeuge am Flughafen und die hoch entwickelten Maschinen in der Bokomo-Mühle. Der Einfluss der Reise auf die Kinder zeigte sich am zweiten Tag. Sie sprachen darüber, wie sie ihre beruflichen Träume modifizieren  und zum Beispiel Piloten, Manager oder Universitätsprofessoren werden könnten. Alle Lehrer lächelten! Am vierten Tag wurde den Kindern gesagt, es sei Zeit, nach Hause zurückzukehren, um sich mit den Familien wieder zu vereinen. Es war klar, dass sie immer noch Hunger nach mehr hatten. Am Nachmittag des vierten Tages fuhren wir sicher nach Kaudwane zurück mit einem Zwischenstopp in Molepolole. Die Reise endete ohne Zwischenfälle und sicher auch mit vielen guten Erinnerungen und einer neuen Kraft, um mehr zu erreichen. Als ihr Reiseleiter habe ich eines gelernt: Dinge, die uns nicht wichtig sind, können für jemanden alles bedeuten. Lasst uns weiterhin das Leben zum Besseren verändern. Wir danken dem LEC-Management und der Soroptimist-Organisation dafür, dass sie diese Reise für diese Kinder ermöglicht haben. Weiter so!

Text: Tshepho Tsito
Übersetzung: Sylvia Lenz

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LEC Ausflug für Kaudwane Schüler und Schülerinnen 2018

Auch in diesem Jahr (16. – 19. April 2018) organisierte LEC für besonders begabte Schüler und Schülerinnen der Primarschule in Kaudwane eine Reise nach Gaborone, dieses Mal für sieben Schüler* und zwei Lehrer*. Unterstützt wurde der Anlass von den Soroptimisten Rapperswil und LEC.

Ziel dieser Reise ist jeweils:

  • eine Belohnung für besonders talentierte und fleissige Schlüler*, so dass sie auch künftig weiter an ihrer Bildung arbeiten
  • das Kennenlernen eines anderen Umfeldes. Die meisten Kinder waren noch nie zuvor in einem anderen Ort als Kaudwane. Mit dieser Reise wird ihnen gezeigt, dass es “noch etwas anderes” gibt und somit hoffentlich auch ihr Verständnis für diverse Problematiken geweitet.

Anfangs waren die Schüler still und zurückhaltend, beeindruckt durch die ersten Eindrücke der Reise. Sie kommen aus einem kleinen Dorf ohne Elektrizität oder geteerten Strassen. So sahen sie auf der Fahrt nach Gaborone zum ersten Mal dass viele Autos gleichzeitig auf der Strasse fahren. Eine aufregende Erkenntnis.

In Gaborone ging die Entdeckungsreise weiter. Die Kinder sahen das Parlament, das Nationalarchiv, das “Three Chiefs” Monument. Besonders spannend war die Besichtigung der Mühle, Bokomo. Die grossen lauten Maschinen und die langen Lastwagen waren neu für die Kinder. Die letzte Destination der Reise war der Flughafen. Hier sahen die Kinder zum ersten Mal Flugzeuge und durften mit den Fluglotsen im Flugkontrollturm sprechen.

Auf der Reise zurück nach Kaudwane konnten die Kinder keine Minute mehr still sein. Sie sprachen ununterbrochen von den vielen Dingen, die sie gesehen und erlebt hatten. Sie sahen zum Beispiel auch zum ersten Mal einen Helikopter und gaben ihm gleich einen eigenen Namen “Ralekopa”. Vieles hatten sie noch nie zuvor gesehen oder wenn, dann nur auf Bildern, und es beeindruckte sie sehr. Dass sie schliesslich zurück in Kaudwane noch eine direkte Anerkennung mit einem Geschenk durch Monika Schiess, der Gründerin von LEC erhielten, ehrte die Kinder sehr.Die ganze Reise kann in einigen Worten zusammengefasst werden: eine unglaubliche Gelgenheit viel zu lernen!

 

Erste Schulungstage für Farmer und Viehhirten

Am Kungwane-Viehposten in Kweneng hat der erste dreitägige Workshop von Leopard & Ecology Conservation (LEC) und der Universität von Botswana für Landwirtschaft und natürliche Ressourcen (BANU) stattgefunden. Er ist Teil eines langfristigen Programms für lokale Farmer und Viehhirten. Damit sollen diese befähigt werden, den Umgang mit Viehbeständen, Weideland, den Wildpopulationen (inklusive Raubtiere) und den Wasserressourcen auf Gemeindeebene zu managen.

Der Kurs für Viehhirten besteht aus drei Teilen: eine Einführung sowie zwei weitere Schulungen. Der erste Kurs vom 31. Januar bis 2. Februar wurde von LEC und BANU bestritten und hatte zum Ziel, die Lehrmethoden zu testen, die Wichtigkeit der vermittelten Inhalte zu prüfen sowie die Aufnahmefähigkeit der teilnehmenden Farmer und Hirten zu erfassen. Anwesend waren rund 25 Personen. LEC und BANU engagierten zudem lokale Grafiker, damit diese einen Rahmen für eine zukünftige Vermittlung der Lerninhalte durch einfache grafische Darstellung erarbeiten konnten.

Der erste Tag des Workshops hatte zunächst eher einen klärenden Charakter, indem alle Beteiligten ihre Erwartungen an den Kurs formulierten, und wie sie sich die Vermittlung des Themas vorstellten. Das Modul betraf zunächst die Ökologie und den Naturschutz. Farmer und Hirten lernten etwas über Nahrungsketten – und kreisläufe, Weidemanagement und allgemeine Beziehungen zwischen Lebewesen. In diesem Modul hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich aktiv zu beteiligen.

Am zweiten Tag ging es um die Raubtiere auf Gemeindeland und darum, wie eine (nicht tödliche) Kontrolle aussehen könnte. Man begann mit dem Spuren-Lesen von Problem-Tieren im LEC-Studiengebiet. Überraschenderweise konnten viele der Hirten nicht zwischen den verschiedenen Raubtierarten unterscheiden. Unter den Farmern wurden gemischte Reaktionen auf einige der vorgeschlagenen Kontrollmethoden deutlich, so zum Beispiel auf die Rückführung von problematischen Raubtieren in geschützte Gebiete und den Einsatz von Abschreckungsmitteln; aber allgemein stimmten die Farmer zu, dass die Populationen geschützt werden müssten.

Im letzten Modul über die Viehhaltung und die Entwicklung der Viehversorgungsposten   wurde betont, dass Massnahmen zum Schutz des Viehs vor Ort ergriffen und die Gelegenheit für Raubtiere, Beute zu machen, verringert werden müssten. Solche Massnahmen sind zum Beispiel der Bau raubtiersicherer Kraale sowie der allgemeine Viehschutz.

Die Überprüfung dieses Workshops ist zurzeit im Gang, weil die Erkenntnisse daraus für den zweiten Workshop wichtig sind. Ein solcher soll im Juni 2018 am selben Ort durchgeführt werden.

 

Text Tshepho Tsito, Übersetzung Syliva Senz