Leopardenkalender 2019

Spannende Geschichten sowie wunderschöne Naturaufnahmen aus der Kalahari können Sie in unserem Kalender 2019 sehen.

Preis: 18 CHF plus 3 CHF Versandkosten


Bestelladresse: nicole.gusset(at)ieu.uzh.ch

World Nature Conservation Day

Am 28. Juli wird weltweit der World Nature Conservation Tag gefeiert. Das nahmen wir zum Anlass am 27. Juli in Kaudwane diesen ebenfalls zu zelebrieren und für einen Tag die verschiedene Interessengruppen im Zeichen des Umweltschutzes an einem Ort zu versammeln.

Herr Lebotse vom Departement für Wildtiere und Nationalparks (DWNP) in Botswana bat in seiner Ansprache, dass die Bewohner Kaudwanes, keine Tiere mehr mit Gift töten sollten. Er betonte, dass solche Aktionen einen Bumerang-Effekt haben könnten und das Gift schliesslich in Haustieren oder sogar auf unserem Tisch landen könnte.

Herr Neo-Mahupeleng der Universität für Landwirtschaft in Botswana (Botswana University of Agriculture and National Resources) zeigte Wege auf, wie die Bevölkerung vor Ort mit wildlebenden Tieren zusammen leben könnte. Die “streunenden” Kühe, die auf den Strassen umherwanderten, nahm er direkt als Beispiel, um klar zu stellen, dass Kühe, die gehirtet werden, deutlich weniger gefährdet von Übergriffen durch Raubtiere sind.

Frau Matlhogela vom DWNP erklärte, wie die Bauern Verluste durch Raubtiere beim DWNP melden können.

Schliesslich führten wir vor, wie die Solar-Kocher genutzt werden können. Die Besucher waren erstaunt wie gut die Kuchen aus dem Solar-Kocher waren, und dass tatsächlich nur mit der Sonnenkraft gekocht werden kann. Ein Vorzeigebeispiel, wie jeder sein Umfeld positiv beeinflussen kann, ohne die eigenen Ansprüche einschränken zu müssen.

Spiele für Erwachsene und Kinder sowie eine Tombola rundeten den Anlass ab.

Der World Nation Conservation Tag war ein ereignisreicher Anlass und zeigte einmal mehr auf, dass wir alle zu unserer Umwelt – speziell auch im Alltag – Sorge tragen müssen.

LEC Ausflug für Kaudwane Schüler und Schülerinnen 2018

Auch in diesem Jahr (16. – 19. April 2018) organisierte LEC für besonders begabte Schüler und Schülerinnen der Primarschule in Kaudwane eine Reise nach Gaborone, dieses Mal für sieben Schüler* und zwei Lehrer*. Unterstützt wurde der Anlass von den Soroptimisten Rapperswil und LEC.

Ziel dieser Reise ist jeweils:

  • eine Belohnung für besonders talentierte und fleissige Schlüler*, so dass sie auch künftig weiter an ihrer Bildung arbeiten
  • das Kennenlernen eines anderen Umfeldes. Die meisten Kinder waren noch nie zuvor in einem anderen Ort als Kaudwane. Mit dieser Reise wird ihnen gezeigt, dass es “noch etwas anderes” gibt und somit hoffentlich auch ihr Verständnis für diverse Problematiken geweitet.

Anfangs waren die Schüler still und zurückhaltend, beeindruckt durch die ersten Eindrücke der Reise. Sie kommen aus einem kleinen Dorf ohne Elektrizität oder geteerten Strassen. So sahen sie auf der Fahrt nach Gaborone zum ersten Mal dass viele Autos gleichzeitig auf der Strasse fahren. Eine aufregende Erkenntnis.

In Gaborone ging die Entdeckungsreise weiter. Die Kinder sahen das Parlament, das Nationalarchiv, das “Three Chiefs” Monument. Besonders spannend war die Besichtigung der Mühle, Bokomo. Die grossen lauten Maschinen und die langen Lastwagen waren neu für die Kinder. Die letzte Destination der Reise war der Flughafen. Hier sahen die Kinder zum ersten Mal Flugzeuge und durften mit den Fluglotsen im Flugkontrollturm sprechen.

Auf der Reise zurück nach Kaudwane konnten die Kinder keine Minute mehr still sein. Sie sprachen ununterbrochen von den vielen Dingen, die sie gesehen und erlebt hatten. Sie sahen zum Beispiel auch zum ersten Mal einen Helikopter und gaben ihm gleich einen eigenen Namen “Ralekopa”. Vieles hatten sie noch nie zuvor gesehen oder wenn, dann nur auf Bildern, und es beeindruckte sie sehr. Dass sie schliesslich zurück in Kaudwane noch eine direkte Anerkennung mit einem Geschenk durch Monika Schiess, der Gründerin von LEC erhielten, ehrte die Kinder sehr.Die ganze Reise kann in einigen Worten zusammengefasst werden: eine unglaubliche Gelgenheit viel zu lernen!

 

Erste Schulungstage für Farmer und Viehhirten

Am Kungwane-Viehposten in Kweneng hat der erste dreitägige Workshop von Leopard & Ecology Conservation (LEC) und der Universität von Botswana für Landwirtschaft und natürliche Ressourcen (BANU) stattgefunden. Er ist Teil eines langfristigen Programms für lokale Farmer und Viehhirten. Damit sollen diese befähigt werden, den Umgang mit Viehbeständen, Weideland, den Wildpopulationen (inklusive Raubtiere) und den Wasserressourcen auf Gemeindeebene zu managen.

Der Kurs für Viehhirten besteht aus drei Teilen: eine Einführung sowie zwei weitere Schulungen. Der erste Kurs vom 31. Januar bis 2. Februar wurde von LEC und BANU bestritten und hatte zum Ziel, die Lehrmethoden zu testen, die Wichtigkeit der vermittelten Inhalte zu prüfen sowie die Aufnahmefähigkeit der teilnehmenden Farmer und Hirten zu erfassen. Anwesend waren rund 25 Personen. LEC und BANU engagierten zudem lokale Grafiker, damit diese einen Rahmen für eine zukünftige Vermittlung der Lerninhalte durch einfache grafische Darstellung erarbeiten konnten.

Der erste Tag des Workshops hatte zunächst eher einen klärenden Charakter, indem alle Beteiligten ihre Erwartungen an den Kurs formulierten, und wie sie sich die Vermittlung des Themas vorstellten. Das Modul betraf zunächst die Ökologie und den Naturschutz. Farmer und Hirten lernten etwas über Nahrungsketten – und kreisläufe, Weidemanagement und allgemeine Beziehungen zwischen Lebewesen. In diesem Modul hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich aktiv zu beteiligen.

Am zweiten Tag ging es um die Raubtiere auf Gemeindeland und darum, wie eine (nicht tödliche) Kontrolle aussehen könnte. Man begann mit dem Spuren-Lesen von Problem-Tieren im LEC-Studiengebiet. Überraschenderweise konnten viele der Hirten nicht zwischen den verschiedenen Raubtierarten unterscheiden. Unter den Farmern wurden gemischte Reaktionen auf einige der vorgeschlagenen Kontrollmethoden deutlich, so zum Beispiel auf die Rückführung von problematischen Raubtieren in geschützte Gebiete und den Einsatz von Abschreckungsmitteln; aber allgemein stimmten die Farmer zu, dass die Populationen geschützt werden müssten.

Im letzten Modul über die Viehhaltung und die Entwicklung der Viehversorgungsposten   wurde betont, dass Massnahmen zum Schutz des Viehs vor Ort ergriffen und die Gelegenheit für Raubtiere, Beute zu machen, verringert werden müssten. Solche Massnahmen sind zum Beispiel der Bau raubtiersicherer Kraale sowie der allgemeine Viehschutz.

Die Überprüfung dieses Workshops ist zurzeit im Gang, weil die Erkenntnisse daraus für den zweiten Workshop wichtig sind. Ein solcher soll im Juni 2018 am selben Ort durchgeführt werden.

 

Text Tshepho Tsito, Übersetzung Syliva Senz